Es gibt im Business viele Dinge, die kompliziert sein dürfen: Strategien, Marktveränderungen, technische Systeme. Was meiner Meinung nach keine Raketenwissenschaft sein muss, ist die Zusammenarbeit.
Und trotzdem entstehen im Arbeitsalltag immer wieder Missverständnisse. Oft steckt dahinter etwas relativ Banales: Kommunikation, die so offen interpretierbar ist wie ein Horoskop.
Ich nenne das gern: das kleine Drama der Annahmen.
Viele glauben, gute Kommunikation sei ein Naturtalent. Entweder hat man es, oder man hat es nicht. In Wirklichkeit ist es viel unspektakulärer.
Klare Kommunikation bedeutet meistens:
Unser Gehirn ist kein passiver Empfänger – es ist ein aktiver Lückenfüller. Wenn Informationen fehlen, schließt es automatisch auf das, was wahrscheinlich gemeint war. Basierend auf Erfahrung, Kontext, Bauchgefühl.
Das ist meistens praktisch. Im Arbeitsalltag führt es manchmal dazu, dass zwei Menschen dieselbe Situation völlig unterschiedlich verstehen – und beide davon überzeugt sind, sie hätten es doch klar kommuniziert.
Dann klingen Sätze so: „Ich dachte, das war so gemeint.“ „Ich bin davon ausgegangen, dass…“ „Ich habe angenommen, dass…“
Das Problem: Jeder hat seine eigene Lücke anders gefüllt. Und niemand hat nachgefragt.
„No Drama“ heißt nicht, dass Gefühle im Business nichts zu suchen haben. Im Gegenteil – respektvoller Umgang, echtes Vertrauen und menschliche Wärme sind die Basis jeder guten Zusammenarbeit. Das gehört dazu, und das soll auch so bleiben.
No Drama bedeutet einfach: Wir sprechen Dinge aus, fragen nach, klären Situationen, bevor sie zu Problemen werden.
Klingt simpel. Und eigentlich ist es das auch.
Viele Missverständnisse entstehen, weil Erwartungen zwar im Kopf existieren, aber nie den Weg nach draußen gefunden haben.
Wer macht was?
Wer entscheidet?
Was soll am Ende vorliegen?
Woran messen wir Erfolg?
Bis wann?
Wenn diese Dinge klar ausgesprochen sind, passiert etwas fast Magisches: Zusammenarbeit wird ruhig. Projekte laufen strukturierter, Entscheidungen sind nachvollziehbar, und alle wissen, woran sie sind – ganz ohne hellseherische Fähigkeiten.
In einer Arbeitswelt, die oft von Tempo, Druck und stiller Post geprägt ist, wirkt etwas fast schon außergewöhnlich: Menschen, die klar, ruhig und direkt kommunizieren.
Die nachfragen, bevor sie interpretieren.
Die Verantwortung für Klarheit übernehmen, anstatt zu hoffen, oder davon auszugehen, dass es schon irgendwie ankommt.
Das ist professionelle Zusammenarbeit und einer der unterschätztesten Faktoren dafür, ob ein Projekt läuft oder eben nicht.
Genau das ist mein Ansatz. Wenn du dir das für dein Business wünschst: Lass uns reden.
Herzlichst,
Annika