Der Matcha Latte ist noch warm. Du sitzt am Schreibtisch und eigentlich läuft alles ganz gut.
Kund:innen da. Aufträge da. Du sprudelst vor Ideen.
Du hast genau das aufgebaut, was du immer wolltest:
ein eigenes Business. Freiheit. Selbstbestimmung.
Die Möglichkeit, dein eigenes Ding zu machen.
Und trotzdem sitzt du gerade vor deinem Bildschirm und merkst, dass dein Gehirn heute irgendwie schon voller ist, als dir lieb ist.
Der Browser hat 23 Tabs offen.
Drei davon sind wichtig. Welche drei das waren, weißt du nicht mehr so genau.
Im E-Mail-Postfach liegen 47 ungelesene Nachrichten. Wobei „ungelesen“ technisch gesehen nicht stimmt. Gesehen hast du sie alle schon. Du hast nur beschlossen, dich später darum zu kümmern. Mehrmals.
Auf deinem Desktop existieren folgende Dateien:
Und irgendwo dazwischen liegt die richtige Version.
Vielleicht.
Du wolltest heute eigentlich „nur kurz ein paar organisatorische Dinge erledigen“.
Ein Satz, der in der Selbstständigkeit ungefähr dieselbe Energie hat wie: „Ich geh nur kurz zu Ikea.“
Drei Stunden später sitzt du zwischen offenen Tabs, halb beantworteten Nachrichten, einer kalten Tasse Matcha (Aua!) und dem diffusen Gefühl, den ganzen Vormittag beschäftigt gewesen zu sein, ohne wirklich irgendwo angekommen zu sein.
Dem Teil, über den niemand spricht, weil er sich nicht besonders gut für Instagram eignet.
Der Teil, in dem keine inspirierenden Zitate entstehen.
Keine Vision Boards.
Keine „CEO Morning Routines“.
Nur kleine Dinge. Viele kleine Dinge.
Genau deshalb unterschätzt man sie so leicht.
Das Faszinierende bei vielen kreativen Selbständigen:
Sobald sie das tun, worin sie wirklich gut sind, verändert sich plötzlich alles.
Der Kopf wird klarer.
Die Zeit vergeht schneller.
Die Energie kommt zurück.
Fotografieren. Schreiben. Gestalten. Coachen. Unterrichten. Entwickeln. Erschaffen.
Dafür wurde das Business ursprünglich gegründet.
Was einem vorher niemand erklärt hat:
Mit einem wachsenden Business wächst irgendwann auch eine zweite Ebene mit.
Es besteht aus:
E-Mails, Rückfragen, Terminen, Rechnungen, Passwörtern, Angeboten, Kalendern, Tools, Notizen, Follow-ups, Marketing, Social Media, Uploads, Deadlines und Dingen, die „eigentlich nur kurz“ erledigt werden müssten.
Und obwohl davon nichts wirklich dramatisch ist, liegt genau da das Problem.
Es ist selten die eine große Katastrophe.
Es sind die vielen kleinen offenen Dinge, die den ganzen Tag unscheinbar deine Aufmerksamkeit verlangen.
Du weißt, dass dein Business gewachsen ist, wenn du folgende Dinge schon erlebt hast:
Und irgendwo zwischen all dem taucht plötzlich ein Gedanke auf, den viele kreative Selbständige irgendwann kennen:
„Warum fühlt sich mein Business plötzlich schwerer an, obwohl es eigentlich gut läuft?“
Viele kreative Selbständige verbringen erstaunlich viel Zeit damit, zu glauben, sie müssten einfach „besser organisiert“ sein.
Dabei geht oft etwas anderes verloren: mentale Energie.
Kreative Arbeit braucht Aufmerksamkeit.
Raum im Kopf. Fokus. Präsenz.
Genau diese Dinge werden im Hintergrund ständig angeknabbert von allem, was irgendwo noch offen ist.
Kreative Menschen brauchen mentale Freiheit, um kreativ sein zu können.
Und genau diese Freiheit wird kleiner, wenn das Drumherum immer mehr wird.
Herzlichst,
Annika
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